26.5.2019

Drei Pfälzer Weine

Eine bunte Mischung aus der Pfalz ist heute im Glas: Ein Riesling Suez 2015 vom Weingut Reichsrat von Buhl, ein Chardonnay 2015 aus dem Holzfass vom Weingut Petri und ein Pinot Noir 2014 vom Weingut Ellermann-Spiegel.

Die einzig wirkliche Gemeinsamkeit dieses mal ist die Herkunft: Pfalz. Ansonsten haben wir drei verschiedene Rebsorten von drei verschiedenen Winzern im Glas. Eine bunte Mischung und alles über zwei Tage probiert.

Den Start macht ein Riesling vom Weingut Reichsrat von Buhl. Der Suez aus dem Jahr 2015 ist eine Hommage an Riesling, der zur Eröffnung des gleichnamigen Kanals gereicht wurde und wird aus Trauben aus den großen Lagen des Betriebs hergestellt. In der Nase ist deutlich Mirabellenmarmelade mit kleinen Fruchtstückchen präsent, es ist alles sehr cremig mit einer schönen Kräuterwürze im Hintergrund. Im Mund zeigt der Wein diese Würze dann auch, er baut direkt Struktur an den Backen auf, packt ordentlich zu und trotzdem ist die Säure wunderbar eingebunden. Leider ist er dann nicht ganz so lang wie der tolle Anfang hat hoffen lassen, man freut sich über das was da noch kommen mag und dann ist er schon wieder weg und nur die Steinfruchtnote auf der Zunge bleibt zurück. Kurz ist er dabei auch nicht wirklich, aber eben leider zu kurz.

Am zweiten Tag kommt zur Mirabelle noch Mangonektar in die Nase, Grapefruit an den Gaumen. Insgesamt zeigt sich der Wein viel offener und auch länger. Toller Schmelz, buttrige Cremigkeit, so ist er wirklich toll.

Es folgt ein Chardonnay aus dem Holzfass aus dem gleichen Jahr, aus dem auch der Riesling stammt, vom Weingut Petri. Das Holzfass zeigt sich deutlich und dominiert die erste Zeit mit holzig, rauchigen Noten. Dahinter liegt aber eine süße Trockenfrucht und wenn man etwas Zeit im Glas gönnt auch Vanille. Angenehm rund der Eindruck beim Riechen. Im Mund ist der Wein dann viel weicher als gedacht und zeigt erstaunlich viel Frucht und frische Säure und nicht etwa das in der Nase erst so dominierende Holz. Die Holzkante kommt dann erst am Ende und bildet einen schönen Rahmen.

Am zweiten Tag ist der Wein, genau wie am Ersten, wunderschön rund und weich mit toll eingebundenem Holz und einer zarten Struktur, die lange liegen bleibt.

Zum Abschluss der Pinot Noir von Ellermann-Spiegel aus dem Jahr 2014. Sehr dunkle Beeren in der Nase, irgendwie strauchig, trotzdem noch frisch mit Sauerkirsche. Im Mund erstmal enttäuschend, fast ein bisschen dünn, etwas herb, nicht ganz rund. Im Laufe des Abends mit mehr Luft kommt der Waldboden in die Nase und es wird deutlich besser im Mundgefühl, mehr Struktur, mehr Komplexität. Auf jeden Fall karaffieren. Ganz rund fühlt es sich für mich aber immer noch nicht an. Der schwächste Wein in diesem Trio heute zu Anfang. Mit noch mehr Luft und Zeit entwickelt er dann aber eine schöne Würze zur roten Frucht und macht wirklich Spaß.

Der zweite Tag bestätigt nochmal, dass der Wein einfach Zeit braucht um wirklich rund zu schmecken. Damit kann man jetzt mit roten Beeren und einer schönen Tanninstruktur den Abend langsam ausklingen lassen.

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