5.6.2023

Mythos Mosel 2023 - Tag 1

Wir waren mal wieder an der Mosel unterwegs und es folgt ein kleiner Reisebericht. Dieses Jahr zwischen Kesten und Zeltingen. Hier der Bericht zum ersten Tag.

Die Mosel fotografiert von einer Brücke mit Lieser und Weinbergen.

Es ist mal wieder soweit: Mythos Mosel 2023. Für die Reiseberichte im Blog ist der Kreis der drei Moselabschnitte damit jetzt vollständig und es wird mal wieder ein längerer Artikel. Wir selber waren 2018 schon vor Ort, weshalb wir zum zweiten Mal im Abschnitt zwischen Kesten und Zeltingen unterwegs sind. Eigentlich versuchen wir immer irgendwo in der Mitte unterzukommen, sind dieses mal aber in Brauneberg gelandet, was ziemlich am Ende der Strecke liegt. Die Busse sind dieses Jahr nicht im Kreis, sondern in einem großen U von Brauneberg die Moselseite entlang gefahren und dann von Zeltingen zurück in Richtung Kesten. Über die Jahre hat sich unser Fokus beim Stationenbesuch ein bisschen verschoben. Wir nutzen die Veranstaltung inzwischen hauptsächlich, um für uns unbekannte Winzer zu besuchen und auch möglichst viele Stationen mit Nachwuchswinzern, die im Flyer dankenswerterweise als Junge Talente Stationen ausgeschrieben sind, zu besuchen. Wer also lesen möchte wie vorgestellten Weine der bekannteren Weingüter schmecken, den muss ich schonmal enttäuschen. Die tauchen nur hier und da mal auf. Nur zum Start dachten wir, dass wir gleich bei Fritz Haag vorbei schauen, da am Anfang vermutlich nicht so viel los sein wird. Diese Idee hatten wohl auch sehr viele andere Leute. Den restlichen Tag haben wir Mühlheim und dann die gegenüberliegende Moselseite ins Auge gefasst. Die Möglichkeit die Seite zu wechseln ist dabei naturgemäß beschränkt durch das Vorhandensein von Brücken und eben eine solche liegt perfekt zwischen Lieser und Mülheim, so dass wir hier zu Fuß flexibel die Seite wechseln konnten. Wie ebenfalls in jedem Jahr auch noch ein Wort zu den im folgenden auftauchenden Weinen. Ich schreibe insgesamt nur über das was mir schmeckt. Nur weil etwas aber nicht auftaucht, heißt das nicht automatisch, dass es mir nicht geschmeckt hat. Auch nicht, wenn wir andere Weine an der Station getrunken haben. Das kann der Grund sein, es kann aber auch genausogut gerade der nächste Bus angefahren sein oder es waren zu viele Leute da, wir hatten Hunger oder es ist sonst irgendwas dazwischen gekommen. Und sowieso ist die Aussagekraft von einem Probierschluck in der Mittagssonne begrenzt. Gleichzeitig war es aber bis jetzt auch jedes mal so, dass die Weine die mir an der Mosel geschmeckt haben, dann bei Kauf auch zu Hause geschmeckt haben und ich zumindest meine Beschreibung wieder erkannt habe. Der Bericht ist dieses mal zweigeteilt mit dem ersten Tag hier und dem zweiten Tag und einem Fazit morgen.

Los ging es wie schon gesagt an der Station von Fritz Haag. Mit sehr vielen anderen Menschen. Wir starten mit Knebel: Terassen 2021 ist erwartet knackig, mit viel Säure und viel Struktur mit relativ wenig Frucht. Ich mag sowas ja gerne, aber als erster Wein am Samstag Vormittag ist das auch ein bisschen brutal. Terrassen Reserve 2021 ist fruchtiger in der Säure, gleichzeitig aber steiniger und irgendwie ernster. Röttgen 2021 GG ist dann noch mehr davon. Sehr dicht, noch sehr verschlossen, und auch tatsächlich mit nochmal mehr Struktur und Substanz. Ich bin mir sicher, dass das richtig gut wird. Gerade aber ziemlich schwer zu beurteilen. Der Röttgen Kabi 21 ist dann versöhnlicher. Auch knackig, aber apfelig, frisch, ein bisschen Waldhonig und mit schöner gelber Frucht. Bei Quint gibt es Sauvignon Blanc Sekt 2021 Brut. Viel Cassis, etwas Stachelbeere, sehr frisch, die Mittrinkerin feiert das total. Ich trinke gerne mit. Die 2022 Quintessenz Fassprobe ist noch enorm hefig in der Nase. Im Hintergrund feine Frucht, deutlich weniger Säure als die 21er, aber trotzdem frisch. Zur Probenbeurteilung fehlt mir aber die Erfahrung. Durch den Hefeschleier sehe ich nicht so wirklich durch. 22 Wintricher Feinherb hat auch noch Hefe in der Nase, aber deutlich weniger. Schöne Mineralik, schöne Frische. 22 Großer Herrgott riecht ziemlich ätherisch, Eukalyptus, Bergamotte. Sehr spannend, mir fehlt dann hier ein bisschen Säure gerade, das ist aber im Vergleich mit den vielen 21ern drum rum auch schwer. Das wird sich gleich noch deutlicher zeigen bei Fritz Haag. Der Brauneberg 1G 22 ist fein, hat gelbe Frucht, ein kleines bisschen Herbe, etwas Apfel, etwas Most auf der Zunge und gefällt uns richtig gut. Aber das Juffer 21 GG bügelt da dann erbarmungslos drüber. Da ist Zitrus und Stein und das ist einfach so extrem viel straffer im direkten Vergleich, dass es echt schwer ist, das nebeneinander zu verkosten. Ich mag beide, direkt nebeneinander 21 mehr. Der Juffer Kabi 22 hat eine sehr feine Frucht, ist sehr frisch, schöner Stein, auch toll. Die Juffer Spätlese 21 dann wieder mit viel Zug, der aber hier natürlich ordentlich von Zucker gepuffert wird. Etwas Honig, etwas Stachelbeere, sehr gut.

Wir wollten dann nach Mülheim und sind zur Kirche runter in den Ortskern marschiert. Nur um an der Kirche festzustellen, dass der Bus nicht an der Haltestelle Kirche sondern bei Fritz Haag fährt. Also wieder den Berg hoch gesprintet und gerade rechtzeitig gekommen. Hier wäre ein bisschen mehr Beschilderung eine gute Idee gewesen. Oder wir hätten uns vorher besser informieren sollen. Egal, hat ja gepasst und der Schrittzähler in der Uhr freut sich.

In Mülheim ging es los mit dem Weingut Bottler. Zwischen all dem Riesling ist der Blanc de Noir 2022 zwar ein ziemliches Kontrastprogramm, aber mit seiner Cremigkeit, dem Schmelz, der Frische und der Johannisbeerfrucht richtig gut. Der Vom Fels 2022 hat viel Struktur, ist steinig, wirkt noch ein bisschen unfertig, aber gefällt mir gut. Und auch der Held Kabi Feinherb 2022 braucht erstmal ein bisschen schwenken. Wird dann aber sehr schön mit feiner Textur und toller Frucht. Der 2022 Thörnicher Ritsch trocken vom Weingut Longen wirkt da schon deutlich präsenter. Sehr frisch, knackig in der Säure und ziemlich geradeaus. Den Weissburgunder S 2022 vom Weingut Kallfelz hatte ich noch vom letzten Jahr positiv im Hinterkopf. Das hat eine tolle Textur, ist cremig und schön gelb. Der Königslay Terrassen 2022 ist in der Nase leicht parfümiert, kühl, steinig. Im Mund irgendwie noch wischi-waschi, aber ich denke das wird noch. So ist es auch mit dem Stephansberg 22 Feinherb. Der 2021 Jahrhunderte Merler Fettgarten Fruchtsüß (manche Lagennamen…) ist da mit einem Jahr mehr Reife natürlich im Vorteil. Mehr Zug, Mineralik, Gelbe Frucht, sehr schön, sehr hell, klar, transparent, natürlich mit deutlicher Süße mit über 60 Gramm Restzucker, aber die Balance passt perfekt.

Wir wechseln die Station innerhalb von Mülheim zu Max Ferd. Richter, starten aber mit Dr. Hermann. Die Säure im Wehlener Sonnenuhr 2022 Kabi ist super. Das ist irgendwie fast cremig, mehr Orange als Zitrone und dann zusammen mit der Frucht im Wein ziemlich großartig. Der Erdener Treppchen -6- Kabi 2022 wirkt dagegen kühler und würziger aber genau so gut. Der Würzgarten Kabi Alte Reben 2022 wirkt am unfertigsten von den Weinen hier bisher, hat aber super viel Potential. Ich mag das was Dr. Hermann macht aber sowieso jedes Jahr. Die Erdener Herzlei Spätlese GK Alte Reben 2022 zeigt dann nochmal wieso. Noch leicht hefig, sehr dicht, intensiv, perfekte Balance, gelbe Frucht, Stein, alles da. Der 2019 Scharzhofberger Riesling Sekt Brut von den Bischöflichen Weingütern lockert dann mit Brioche, Zug und feiner Frucht auf. Und das blubbert dazu noch sehr schön. Der Scharzhofberger Kabinett 2021 ist noch knackiger, kühl und sehr geradeaus. Die Scharzhofberger Spätlese 2021 ist im Prinzip wie der Kabi nur mehr davon. Mehr Stein, mehr Süße, mehr Frucht, mehr gut. Bei Max Ferd. Richter geht es los mit Altem Satz 21. Sehr zurückhaltend in der Nase und mit mehr Struktur als Frucht ist das richtig lecker. Der Domprobst Alte Reben Trocken 21 steht dem aber in der Struktur in nichts nach und ist auch sehr schön. Der 22 Wehlener Sonnenuhr Kabi wirkt dann wieder eher orange als gelb in der Säure, hat mehr Frucht aber auch viel Frische. Die Spätlese 22 Bauneberg Juffer bringt dann die perfekte Balance aus Süße, Säure und Struktur. Leider war der Schluck ein bisschen zu klein um da richtig einzutauchen. Mit dem Wein brauche ich mal einen ganzen Abend.

Zu Fuß ging es jetzt weiter nach Lieser, wo wir eigentlich direkt mit dem Bus weiter wollten. Der hat ein bisschen auf sich warten lassen, dank Schatten und guter Laune aber kein Problem. Was folgt, hätte sowieso auch noch viel mehr Wartezeit entschädigt. Die Location bei Grandbois in Maring ist einfach wunderschön. Der Weg von der Haltestelle durch den Ort zum Weingut, der Innenhof, die Wiese unterhalb. Schon da ein Highlight und wir hatten noch nichtmal was getrunken. Der Jakoby PetNat war schon letztes Jahr lecker. Ein bisschen wild, super frisch und nach der Wartezeit ideal. Honigberg Kabi 2020 mit feiner Reife und viel Komplexität. 2019 Sonnenuhr Trocken ebenfalls leicht angereift mit Struktur und toller Säure. Ein bisschen Karamell ohne die Süße in der Nase, gelbe Frucht. Einer der schönsten Weine bisher. Der 2022 Honigberg Kabi feinherb hat es schwer dagegen. Ist einfach noch zu jung und unsortiert im direkten Vergleich. Der 2020 Pinot Reserve fängt das dann aber wieder auf mit klarer Kirschfrucht und sehr viel Struktur, Rauch und feinem Gerbstoff. Der Riesling Flora 21 von Richard Scheid ist straight aber auch weich im Mundgefühl mit ein bisschen Multivitaminsaft auf der Zunge. Gefällt mir. Der 2020 Merler ist viel dichter, intensiver im Aroma mit noch weicherer Säure und viel Extrakt. Beim Weingut Kirsten probieren wir drei mal Goldtröpfchen. Das 2021 Goldtröpfchen trocken ist fast ein bisschen rotbeerig in der Frucht, eher zurückhaltend, sehr fein und elegant. Der 22 Goldtröpfchen Kabi riecht nach grünem, leicht unreifen Apfel mit ein bisschen Grapefruit. Sehr straight und ein bisschen limonadig im Mund. Die 22 Goldtröpfchen Spätlese ist sehr ähnliche zum Kabi mit mehr Säure und weniger Biss. Da fehlt ein bisschen Spannung im Vergleich, die durch Komplexität mit mehr Reife aber aufgefangen werden könnte. Genial ist dann der Saignee Pinot PetNat von Grandbois. Das ist wild, rotfruchtig, weich mit leicht dropsiger Kirsche auf der Zunge, viel Klarheit, viel Saftigkeit und einer guten Portion Rauch. Richtg gut. Der Pinot Noir 2022 Nouveau hat sehr viel Kirsche in der Nase und auch ein bisschen Rauch. Im Mund feiner Gerbstoff und auch viel Kirsche. Das ist wild und sauber gleichzeitig und auch sehr schön. Der 2022 Kabinett Maringer Sonnenuhr riecht ätherisch, wild, und auch auf der Zunge ist das irgendwo zwischen hefig, herb und abgefahren. Der 2021 Kabi Maringer Hofberg ist genauso unangepasst in der Nase, im Mund aber klassischer mit viel Zug. Die 2022 Auslese Maringer Sonnenuhr hat auf der Zunge zwar die Süße einer Auslese, das riecht aber überhaupt nicht nach Auslese. Das schmeckt sehr klar, fühlt sich ganz fein Zitrisch an, aber der Geruch, nicht zuzuordnen beim Probieren. Verrückt aber spannend. Der 2022 PetNat When Life Gives You Lemons ist dann ein perfekter Abschluss der Station hier, frisch, ein bisschen wild, saftig. Dann unten am Radweg im Schatten sitzen und ein Reuben Pastrami Sandwich essen. Der Pinot PetNat im Glas, der Smoker in Sichtweite, göttliches Pastrami, die Mittrinkerin hat einen ebenso leckeren Pulled Salmon Burger. Ein Traum. Kurz überlegen wir, ob wir nicht einfach hier bleiben. So ein schönes Fleckchen Erde.

Als ausgleichende Gerechtigkeit kommt der Bus hier mit uns an der Haltestelle an und es geht weiter nach Noviand. Der 22 Krettnacher Riesling Trocken von Stefan Müller hat den Saar-typischen Zug. Kühl, eher karg und mit ordentlich Biss. Der 22 Nierdmenninger Feinherb hat fast noch mehr Zug und das trotz dem Mehr an Zucker. Der 22 Niedermenninger Herrenberg Feinherb setzt da dann noch viel Stein und Mineralität und Textur oben drauf. Das ist richtig gut. Ähnlich wie der 22 Niedermenninger Sonnenberg Feinherb, der eine echt schöne Zitrussäure hat. Zu jung wirken beide noch. Wir schieben dann die Sonderverkostung Bubbles dazwischen. Kein Problem, da die Station leider zumindest während wir da sind ziemlich leer ist. Ganz ähnlich zu Maring übrigens. Super schade und ich hoffe, dass das nur unsere Momentaufnahme war und beide Orte ihr verdientes Publikum abbekommen haben. Die Sonderverkostung war dann auch unsere Möglichkeit Stephan Steinmetz zu probieren, den wir eigentlich jedes Jahr gerne besuchen, es dieses Jahr aber leider nicht klappt. Ich mag seine Cremants sehr gerne. Und auch der Riesling Sekt 2020 von Steffens-Keß ist mit spannender, ätherischer Nase richtig gut. Wie praktisch, dass der auch hier vor Ort ist. Der Reiler Goldlay 2021 ist sehr zurückhaltend in der Nase, ich mag aber das Mundgefühl, das ist irgendwie ziemlich eigenständig und die Säure wirkt auf eine ganz spannende Art fruchtig. Der Kabi Wendelstück 2020 hat dann mehr Frucht in der Nase, eine zahme Säure und dann aber eine unerwartete Saftigkeit hinten raus. Stark. Und auch der 22 Kabi Reiler Goldlay Trocken hat diese Saftigkeit. Das ist lang und voller Steinobst. Die 22 Spätlese Burger Hahnenschrittchen (Diese Lagennamen…) wirkt da noch reichlich unsortiert. Das ist dicht und intensiv und auch irgendwie charmant aber eben noch deutlich zu jung. Hier ist der Tag dann ziemlich fortgeschritten und weil wir unbedingt noch nach Kesten wollten ging es für uns wieder Richtung Bus.

Bei Meierer starten wir bei Materne und Schmitt. Ich wusste gar nicht, dass die Beiden auch Rosé machen. Der ist erfreulich ernsthaft und hat eine schöne Struktur. Das Wunschkind 21 ist enorm saftig und hat diesen minimalen Naturaltouch, der das gleich so viel spannender macht. Sehr schön. Der 2020 Lehmener ist saftig, klar, mit Struktur und ohne offensive Frucht in der Nase. Der 2020 Koberner hat dann im direkten Vergleich noch mehr Struktur und Kraft. Ich mag das mehr, die Mittrinkerin bevorzugt den Wein aus Lehmen. So ist das manchmal. Das 2020 Brückstück ist noch ein bisschen kompromissloser und karger und der Nase und trotz 2020 eigentlich noch viel zu jung. Bei den Weber Brüdern ist der 21 Riesling Einklang noch ziemlich jung. Schön saftig, aber noch nicht so richtig rund. Der 2020 Adonis Wiltinger Rosenberg ist natürlich deutlich weniger knackig in der Säure allein durch den Jahrgang, aber auch das Jahr Reife dürfte gut getan haben. Der 2020 Aphrodite Feinherb hat einen ganz charmanten Stinker und wirkt eigentlich trocken im Mund. Die 11 Gramm Säure regeln da. Trotzdem trinkt sich das schön mit Stein und Frucht. Der 2020 Wiltinger Klosterberg Kabi ist fast schmeichelnd dagegen mit immerhin trotzdem noch über 8 Gramm Säure. So am Ende eines langen Rieslingtages fühle ich mich da gerade besser aufgehoben. Zum Abschluss ist die Oberemmeler Altenberg Spätlese 2020 sehr duftig in der Nase. Etwas Menthol, etwas gelbe Frucht und eben der Stein. Sehr spannend, sehr gut. Ein Weingut, das ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Bis letztes Jahr auch nicht auf dem Schirm hatte ich Lehnert-Veith. Seit dem weiß ich aber, dass da großartige Pinots gekeltert werden. Der Günterslay 2020 als Einstieg hat Kirsche, Dreck und kräftige Tanninstruktur. Das ist schon richtig gut. Der Falkenberg 2020 hat dann sogar noch ein bisschen mehr Struktur, ist dabei aber feiner und ein bisschen wilder. Gegen das 2017 Goldtröpfchen GG sehen heute aber Beide kein Licht. Das ist so schön gereift, etwas Fleischsaft, ein bisschen Erde, etwas Kirsche und samtig fein. Der Probierschluck wird dem Wein nicht gerecht, aber wow ist das schön. Der Sprung zurück zu Riesling bei K.J. Thul ist dann ein bisschen krass. Der 22 Schieferklang ist super jung, aber ich mag den schon so. Was sich hier aber direkt wieder zeigt, ist wie schwer es 22 gegen direkt folgende 21er hat. Der 21 Im Schneidersberg hat so viel mehr Zug und der 21 Ritsch Kabi ist dann alles, was ich von einem Moselkabi möchte. Klar, kühl, tolle Frische, Frucht, Stein. Bei Meierer ist dann vor Allem die 2020 Alte Reben Reserve aufgefallen. Die liegt 2 Jahre im Fuderfass und bekommt dadurch eine richtig schöne Struktur. Und auch der 21 Kestener Kabinett hat viel Textur zu bieten. Das ist ein Wein auf dem man kauen kann.

Aus Zeitgründen mussten wir dann aber schon wieder zurück Richtung Lieser, dort zu Fuß ein Mal in die entgegengesetzte Richtung über die Brücke, um dann einen der letzten Busse nach Brauneberg zu erwischen. Das hat tatsächlich exakt so geklappt wie geplant und es war sogar noch eine kurze Runde Schatzkammerweine bei Thanisch in Lieser drin. Nur Mitschreiben, das war zeitlich nicht mehr drin. Tag 2 und ein Fazit kommen dann wie angekündigt später.

Eine Collage mit einem Weinkeller und alten Flaschen, Schloss Lieser und Mosel Schieferweinbergen.

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